Feuerwehrauto zum Florianstag

Ein Feuerwehrauto zum Florianstag

Quelle: Volksstimme / Gudrun Billowie

Zum zweiten Mal kamen die Wolmirstedter Feuerwehrleute zu Ehren ihres Schutzpatrons, des heiligen Florians, zusammen.

Zum Florianstag waren Kameraden aller vier Ortswehren, Gäste anderer Wehren sowie Kommunalpolitiker nach Glindenberg gekommen. Foto: Gudrun Billowie

Zum Florianstag waren Kameraden aller vier Ortswehren, Gäste anderer Wehren sowie Kommunalpolitiker nach Glindenberg gekommen. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt: Den Gottesdienst in der Glindenberger Nikolai-Kirche gestaltete Pfarrer Dieter Kerntopf ganz im Zeichen des heiligen Florians. Das ist der Schutzpatron der Feuerwehrleute. Neben den Kameraden der Ortswehren Wolmirstedt, Glindenberg, Farsleben und Mose waren auch Kameraden aus Rothensee und Loitsche sowie von der Glindenberger Partnerfeuerwehr aus der hessischen Marktgemeinde Philippsthal gekommen. Zudem reihten sich die Ortsbürgermeister Wolmirstedts oder deren Vertreter in den Zug von der Feuerwehr zur Glindenberger Nikolai-Kirche ein.

Gedenken an Glindenberger Kameraden

Pfarrer Dieter Kerntopf würdigte in seiner Andacht den wichtigen Dienst der Kameraden im Sinne der Gesellschaft, der auch mit emotional schwierigen Situationen verbunden ist. Das haben auch die Glindenberger Kameraden erfahren, als ein Fahrzeug der Wolmirstedter Wehr auf dem Weg zu einer Übung am Glindenberger Ortseingang verunglückte. Vier junge Männer starben dabei. Dieser Unglückstag jährt sich am 19. Juni zum zehnten Mal.

„Sie haben Situationen erlebt, die menschlich kaum zu ertragen sind“, sagte Dieter Kerntopf in Erinnerung an dieses Ereignis, „aber diese Kameraden werden immer unter Ihnen bleiben.“ Der Pfarrer wies darauf hin, dass auch von Seiten der Kirche bei schwierigen Situationen Seelsorger bereit stehen. „Wir werden Sie vor solchen Situationen nicht bewahren können, aber wir können helfen, dass Sie anders damit umgehen.“

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Würdiger Rahmen für Feuerwehren

Der Florianstag, der eigentlich auf den 4. Mai datiert ist, wird bereits zum zweiten Mal am Sonntag, der auf den Florianstag folgt, begangen. „Es ist eine schöne Sache, dass wir neben unserer Feuerwehrarbeit auch einmal im Jahr in diesem würdigen Rahmen zusammenkommen“, sagte Stadtwehrleiter Michael Langrock im Volksstimme-Gespräch. Er schätzt besonders das Zusammensein unter dem Dach der Kirche. „Ich denke, dass manchem die Arbeit mit Gottes Segen einfacher fällt.“

Pfarrer Dieter Kerntopf ist grundlegend überzeugt, dass jeder Mensch ein religiöses Wesen sei. „Gerade in unserer aufgeklärten, nüchternen Welt brauchen wir auch religiöse Orientierung.“

Bemühungen um den Nachwuchs

Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) schätzte die Feierstunde „als eine Zeit, um innezuhalten, dankbar zu sein, für das, was wir haben.“ Außerdem würdigte er die Bemühungen der einzelnen Ortswehren bei der Nachwuchsgewinnung, sei es in Kinder- oder Jugendfeuerwehren.

Nach der kirchlichen Feierstunde wartete am Glindenberger Feuerwehrgerätehaus ein besonderes Ereignis. Bürgermeister Martin Stichnoth übergab dem Glindenberger Ortswehrleiter Andy Opitz symbolisch den Schlüssel für ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF). Um das alte HLF zu ersetzen, hat die Stadt 285 000 Euro ausgegeben.

Obwohl das Fahrzeug erst am Sonntag offiziell übergeben wurde, steht es schon einige Wochen im Glindenberger Gerätehaus und war sogar schon einmal im Einsatz, vor gut drei Wochen, als in Wolmirstedt ein Keller ausgepumpt werden musste. „Seit wir dieses Fahrzeug haben, kommen viel mehr Kameraden zu den Ausbildungsabenden“, hat Andy Opitz festgestellt. Die neue Technik interessiert offenbar sehr und niemand scheint den hohen Ausbildungsaufwand zu scheuen.

Den Wolmirstedter Ortswehrleiter Marco Reinhardt wunderte das Glindenberger Engagement nicht. Seine Grußworte fassten zusammen: „Ihr seid eine dufte Truppe.“ Grußworte überbrachte auch der Philippsthaler Bürgermeister Ralf Orth. Er hatte außerdem eine Kiste Sekt und hessische Köstlichkeiten für das Frühstückbufett im Gepäck.

Partnerwehr aus Philippsthal

Die Partnerschaft zwischen den Wehren Glindenbergs und Philippsthals besteht seit fünf Jahren. Den Kontakt hatte Thomas Schmidt geknüpft. Der Sohn der Glindenberger Ortsbürgermeisterin Gerhild Schmidt ist dorthin verzogen und arbeitet in Philippsthal als ehrenamtlicher Wehrführer, wie der Wehrleiter in Hessen genannt wird. Besonders gelebt wurde die Partnerschaft, als die Philippsthaler beim Junihochwasser 2013 in Glindenberg aushalfen.

Der Florianstag wird stets in einem anderen Ortsteil begangen. Nach Farsleben und Glindenberg wird im kommenden Jahr Wolmirstedt folgen. Am 7. Mai sind die Kameraden in die Katharinenkirche geladen.

 

Dieser Beitrag stammt aus der Volksstimme vom 09.05.2016

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